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Die App ist ein riskantes Placebo

Piratenpartei warnt vor Einsatz der Luca-App

Smartphone mit einem durchgestrichenen Corona-Virus auf dem Display.
Foto: Pixabay

Die Piratenpartei Ennepe-Ruhr warnt vor dem Einsatz der Luca-App. Sie schließt sich damit der Kritik der Chaos Computer Club und einer Stellungnahme hunderter Sicherheitsforscher.innen an.

„Bei sinkenden Inzidenzzahlen ist ein Nachdenken über Öffnung von Einzelhandel und Gastronomie zwar  vollkommen richtig. Aber Hoffnungen in eine so fehlerbehaftete Tracking-App zu stecken, ist ein schwerer Fehler. Die App gefährdet nicht nur die personenbezogenen Daten der Menschen, sondern erfüllt auch ihren beworbenen Zweck nicht. Statt eine sinnvolle Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, wird wegen der vielen Fehler der App Datenmüll produziert.“

so Jörg Müller, Kreistagsmitglied der Piratenpartei.

Risiken von Luca überwiegen Nutzen deutlich!

Die vom CCC festgestellten Mängel sind erheblich. Die Entwickler der App haben auf gemeldete Fehler teils amateurhaft und fahrlässig reagiert. Der CCC fordert deshalb inzwischen eine „Bundesnotbremse“ für die Luca-App. Auch die Sicherheitsforscher fassen ihre Stellungnahme genauso krisitisch mit „Die mit dem LUCA System verbundenen Risiken erscheinen völlig unverhältnismäßig, da sie den erwarteten Nutzen deutlich überwiegen.“ zusammen. Dem schließen sich die Piraten an und fordern die Stadtmarketing-Organisationen im Kreis auf, das Bewerben dieser App zu beenden!

Gesundheitsamt: „Beschränkter Nutzen oder Mehraufwand”

Dass die App keinen Nutzen für die Pandemiebekämpfung hat, hat sogar auch bereits das Gesundheitsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises zugegeben. Gegenüber Ruhrkanal-News äußerte es „Für das Gesundheitsamt bietet die Luca-App nur einen beschränkten Nutzen, ggf. sogar einen Mehraufwand.“

Völlig unverantwortlich wird es, wenn zum jetzigen Zeitpunkt bereits „die ersten Gastronomen schon mitmachen“, wie in der WAZ Hattingen zu lesen war.

„Das Gesundheitsamt ist bislang noch gar nicht an das Luca-System angeschlossen. Es ist nicht einmal bekannt, wann dies geschehen soll. Die mit Luca erfassten Daten sind somit für das Amt nicht zugreifbar. Menschen, die eigentlich über die Kontaktnachverfolgung gewarnt werden sollten, können dadurch nicht gewarnt werden. So wird die Gesundheit derjenigen gefährdet, die gut meinend die Luca-App verwenden. Die betreffenden Gastronomen verstoßen gegen die Corona-Schutzverordnung.“

warnt Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr.

Kosten- und Haftungsrisiken für Luca-Locations

Weiterhin ist ungeklärt, wer haftbar ist, wenn Daten durch die zahlreichen Sicherheitsprobleme des Luca-Systems in falsche Hände geraten. Nach Informationen, die der Piratenpartei vorliegen, sieht sich der Ennepe-Ruhr-Kreis hier jedenfalls nicht in der Verantwortung. Was nach dem 31. August auf die Händler und Gastronomen oder aber die Steuerzahlenden an Kosten für den Einsatz der App droht, ist ebenfalls unbekannt.

„Es ist eine verbreitete Strategie in der Software-Branche, dass zunächst über kostenlose Angebote Abhängigkeiten geschaffen werden. Wenn diese Abhängigkeiten dann bestehen, wird das gewinnorientierte Privatunternehmen hinter der Luca-App selbstverständlich irgendwann die Hand aufhalten.“

ist Stefan Borggraefe überzeugt.

Die Corona-Warn-App ist die deutlich bessere Lösung!

Als gut funktionierende, datensparsame, professionell entwickelte und dauerhaft kostenlose Software mit Check-In-Funktion bietet sich nach Ansicht der Piratenpartei die Corona-Warn-App an. Sie fordert daher, dass die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW schnellstmöglich diese App als Ersatz für die zettelbasierte Kontaktnachverfolgung zulässt, wie dies etwa in Sachsen schon geschehen ist.

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